Tauchen und Kultur auf Gozo/Malta

 

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Vom 18.05. - 01.06.2003 war ich mit unserer Tauchgruppe auf der Insel Gozo. 

Vor einigen Jahren war ich schon einmal für eine Woche auf der "Hauptinsel" Malta, kannte deshalb die Gegend schon etwas, obwohl mir die kleinere Insel Gozo als ruhiger, beschaulicher, grüner und mit den schöneren Tauchspots beschrieben wurde.

Im Grunde stimmen diese Beschreibungen auch. Von den Tauchspots her gesehen ist jedoch zu bedenken, dass man, bei ungünstigen Windverhältnissen, die schönen Spots nicht betauchen kann und auf weniger attraktive Spots zurückgreifen muss, was den z.T. doch erheblichen Tauchkosten entgegensteht. Darüber aber später mehr.

Der einzige Sandstrand der Insel, Ramla Bay genannt, aus der Höhle der Kalypso fotografiert. In dieser Höhle soll, der Sage nach, die Nymphe Kalypso sieben Jahre lang Odysseus gefangen gehalten haben. Was sie dort alles so trieben, kann man sich gut vorstellen.

In der ersten Woche war ich mit Kalle, der dort seinen zweiten Tauchschein erwarb, allein. Die anderen 10 Personen + Kleinkind reisten erst am 25. Mai an.

Die Wohnungen hatten wir über die deutschsprachige Tauchbasis "Nauticteam Gozo" gebucht, die im Internetforum "taucher.net" sehr gute Kritiken erhielten. Jetzt, nachdem wir die Erfahrung mit dieser Tauchbasis gemacht haben, würde ich nie wieder dort buchen. Die hohen Preise, die mit herausragendem Service und Familienfreundlichkeit begründet werden, sind absolut nicht gerechtfertigt. Viele andere Taucher, mit denen ich in den zwei Wochen zusammen kam, sind der gleichen Meinung - nie wieder diese Basis. 

Aber davon jetzt genug.

In der ersten Woche wollte ich auf Gozo einen Englischkurs besuchen und vielleicht den ein- oder anderen Tauchgang nebenher absolvieren. Nach vielen Korrespondenzen stellte sich heraus, das die Schule in dem Ort Marsalforn, in dem wir untergebracht waren, nur Kursteilnehmer aufnimmt, die einen mindestens 2 -wöchigen Kursus besuchen und man in einer Gastfamilie untergebracht werden muss.

Also mailte ich der Basisbesitzerin, sie solle mich in der Hauptstadt Victoria, bei der anderen Schule anmelden, was sie mir auch bestätigte. Als wir am Anreisetag dann in unsere Wohnung kamen, hing an unserer Türe ein Zettel mit der Nachricht, dass diese Schule jedoch geschlossen habe und sie mir eine Privatlehrerin besorgt habe, die erheblich mehr kosten würde. Da ich, weder mehr bezahlen wollte, noch eine Privatlehrerin akzeptierte, war der Englischkurs nun "gestorben".

Anreisetag Sonntag, 18.6.03

Der Flug mit Air Malta war ganz ok. Die Maschine war nur zur Hälfte besetzt, sodass ich eine Dreierreihe für mich alleine hatte. Vom Flughafen wurden wir von einem Kleinbus abgeholt, der uns zu der Gozofähre nach Marfa Point brachte. Dort mussten wir unser Gepäck ausladen und in einen Transportwaggon laden, der dann auf die Fähre gebracht wurde. Wir selber mussten, um die Kosten für den Kleinbus zu sparen, zu Fuß auf die Fähre gehen.

2 von 3 Gozofähren, die alle 30 Minuten zwischen den Inseln verkehren.

Nach der 20 minütigen Überfahrt erwartete uns im Hafen von Mgarr ein weiterer Kleinbus. So luden wir unser Gepäck wieder aus dem Waggon aus, in den Kleinbus ein und wurden dann zur unserer Wohnung nach Marsalforn gefahren. An der Wohnungstür klebte ein Zettel mit meinem Namen, sodass wir wenigsten wussten, das wir dort einziehen sollten. Die Wohnung selber war, gelinde gesagt,  nicht zumutbar. In meinem Zimmer lief ich zuerst einmal in ein Spinnennetz, die Hände durfte man in der Küche nicht auf die Arbeitsplattform legen, da man sie nur mit Gewalt wieder abbekam, die Einrichtung war..., etc.

Der Hafen von Mgarr, auf der Insel Gozo

Von der Basis hatte ich seinerzeit nur die Information bekommen, dass uns auf dem Flughafen auf Malta jemand abholte, der mein Namensschild hochhalten würde. Ich vertraute darauf, dass ich alles andere dann in unserem Urlaubsort erfahren würde.

Aber weit gefehlt.

Nachdem wir uns von dem ersten Wohnungsschock erholt hatten, machten wir uns auf den Weg zur Tauchbasis um dort wenigstens ein paar Informationen zu bekommen. Schon auf dem Weg dorthin merkten wir, das in ganz Marsalforn anscheinend die Bürgersteige hochgeklappt waren. 

So kam es dann auch, dass unsere Tauchbasis Sonntags geschlossen hatte. Da wir nun nicht wussten, wie es weitergehen sollte, wir hatten immerhin noch nicht einmal etwas zu trinken, beschlossen wir, in einem der wenigen geöffneten "Strandlokale" etwas zu essen. Nachdem wir dort wieder aufbrachen, fanden wir doch tatsächlich noch einen geöffneten Kiosk, in dem wir uns wenigstens noch etwas zu trinken für die Nacht und einen Schokoriegel kaufen konnten. Für den nächsten Morgen verabredeten wir in einem Restaurant zu frühstücken und dann zur Basis zu gehen.

Als wir gegen 19 Uhr wieder in unserer Wohnung ankamen, beschlossen wir, noch kurz auf einen kleinen Berg zu steigen, der direkt hinter unserem Wohnhaus lag, um noch ein paar Fotos von der Insel zu machen. Leider wurde es jetzt, 1,5 Stunden früher als in Deutschland, schon dunkel, sodass nicht mehr genügend Licht vorhanden war. Ein paar Tage später erfuhren wir, dass die Basisleiter in der Wohnung, direkt über uns wohnten. Unsere Wohnung ist auf dem Bild in der linken unteren Ecke, im zweiten Stock. Der Pool gehörte leider nicht dazu.

Blick von dem kleinen Berg auf unsere erste Wohnung in Marsalforn.

Montag, 19.6.

Als wir gegen 7 Uhr aus den Fenstern blickten, waren die Bürgersteige in Marsalforn anscheinend wieder runtergeklappt worden. Auf der Straße herrschte ein, für gozitanische Verhältnisse, reger Autoverkehr und der "Minisupermarkt" auf der anderen Seite hatte schon geöffnet.

So konnte ich doch noch für ein erstes Frühstück sorgen, indem ich dort einkaufte und es direkt danach für Kalle und mich zubereitete.

Auf dem Zettel, der gestern an der Tür hing stand auch, dass wir um 8 Uhr 30 vor der Tür stehen sollten. Damit wir unser Gepäck nicht zur Basis schleppen mussten, sollten wir dort abgeholt werden. Als wir um 8 Uhr 31 unten standen, war nichts zu sehen. Wir warteten noch ca. 10 Minuten und machten uns dann auf den Weg zur Tauchbasis. Nach etwa der Hälfte der Strecke kam uns dann der Basisbus entgegen und nahm uns mit. Der Fahrer erklärte uns, dass sie bis 8 Uhr 30 gewartet hätten und danach losgefahren seien.

In der Basis angekommen, herrschte hektisches Treiben. Für Informationen hatte man keine Zeit. So gab es nur eine hektische Einweisung und schon hieß es Sachen fertig machen, in einen der 3 Busse laden und zum Boot in den Hafen nach Mgarr fahren.

Dort angekommen, zogen wir uns an den Bussen um, legten unsere Kisten wieder in den Bus und gingen vollkommen angerödelt an Bord. Der Checktauchgang am Cominotto Reef, den ich mit Kalle und einem der Tauchguides absolvierte, war relativ uninteressant. Außer der guten Sicht und 2 schönen Bärenkrebsen, die ich in einer kleinen Nische entdeckte, war nix spektakuläres daran. Daten: 45 Minuten, 24 Meter.

Zurück im Hafen, ging es wieder zurück zur Basis. Dort stellten wir unsere Sachen in der Basis ab und gingen zurück zu unserer "Behausung". Da in der Basis keine Möglichkeit war unsere Lampen zu laden, taten wir dieses hier und aßen dann noch den Rest der Brötchen, die ich morgens in dem "Tante Emma Minisupermarkt" gekauft hatte.

Nach dem üppigen Mittagsmahl ging es dann wieder zurück auf`s Boot.

Der zweite Tauchgang war schöner. Wir ankerten an der blauen Lagune, direkt zwischen der Insel Comino und mehreren kleinen, vorgelagerten Inseln. Da ich für diesen Tauchgang keinen Tauchpartner hatte, tauchte ich mit einer Gruppe von Troisdorfern, die auch in unserer Basis eingecheckt hatten.

Wenn der Tauchlehrer, der diese Gruppe führte, nicht darauf bestanden hätte, ständig die Führung zu übernehmen, wäre es ein wirklich toller Tauchgang geworden. Leider war der Führer nämlich einer von der Sorte, die ständig Tempo machen müssen, sodass wir nichts wirklich intensiv betrachten konnten.

Trotzdem war es ein relativ schöner Tauchgang.

Von unserem Ankerplatz am Ende der blauen Lagune tauchten wir durch einen kleinen Tunnel, der durch eine der kleinen Inseln hindurch ging, sodass wir auf der anderen Seite der Insel aus dem Tunnel kamen. Von dort ging es dann rund um diese Insel, bis wir wieder an unserem Boot ankamen.

Auf der Meerseite dieser Insel gab es eine große Höhle, in die man hineintauchen konnte, mit einem luftgefüllten Hohlraum, in dem man auftauchen konnte. Wir tauchten dort hinein und die Gruppe, deren Führer immer darauf bedacht war, ohne Rücksicht auf die Sichtweiten als erstes irgendwo zu sein, stieß dabei so oft gegen die Felswände, dass die nachfolgende Gruppe fast keine Sicht mehr hatte.

 

Einer der vielen schönen Feuerwürmer rund um Gozo

Als wir wieder aus der Höhle heraus kamen, gab der Führer derart Gas, dass ich teilweise 50 Meter hinter ihm war. Er hatte bei diesem Tauchgang natürlich nicht viel gesehen. Ich selber hingegen, konnte u.a. eine schöne Languste, eine Muräne, viele kleine Garnelen und jede Menge Feuerwürmer entdecken. Daten: 60 Minuten, 14 Meter

 

Eine Languste, die uns aus ihrem Versteck heraus anschaut.

Nach diesem Tauchgang ging es wieder in den Hafen von Mgarr und mit den Kleinbussen wieder zurück zur Basis nach Marsalforn, wo wir unsere Sachen auswuschen. Danach gingen wir noch einkaufen und kochten uns in unserer "Küche" Farfale mit süßer Sahnesoße. Abends probierten wir in einer Bar nebenan noch ein paar gozitanische Bierchen und gingen früh zu Bett.

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