Von Fraser Island nach Ravenshoe im Atherton Tableland                                                Von Fraser Island nach Ravenshoe im Atherton Tableland

 

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Montag, 12.3. Fraser Island

 

Um 6 Uhr 10 holte mich das Taxi ab, um mich zum Flughafen von Hervey Bay zu bringen. 

Mit einer 8-sitzigen Maschine sind wir dann nach Fraser geflogen. Eine traumhafte Insel. Landung am breiten Sandstrand. Mein Auto war das größte und beste Auto, was sie dort auf Lager hatten, ein Opel Fronterra, dort Holden genannt. Die anderen hatten alle nur kleine Suzuki Jeeps. Als ich losfuhr, war ich zunächst ein wenig verunsichert. Die Sandwege durch den Regenwald sind äußerst schlecht und sehr schmal. Ich brauchte zunächst ein wenig Zeit, um mich daran zu gewöhnen. Aber nach einer kurzen Zeit machte es höllischen Spaß, mit 20-30 km/h durch den Regenwald zu rasen.

Erste Station war der Lake Mc Kenzie, ein wunderschöner Süßwassersee mitten im Regenwald. Nur die Mücken und die Mörderbremsen störten ein wenig. Aber das kühle Nass brachte mich wieder auf Trapp.

Danach wieder eine rasante Fahrt zum Lake Wabby. Dort musste ich eine ziemliche Strecke durch den Regenwald laufen. Gott sei Dank hatte der Regen kurz vorher aufgehört und die Sonne schien nun aus wolkenlosem Himmel. Nach ca. 20 min. bergab erreichte ich die riesige Düne aus gelbem Sand, die steil in den See abfällt. Im kühlen Wasser wurde ich umringt von Fischen, die ich noch nie gesehen hatte. Der See ist im Halbkreis umringt von Regenwald. Die offene Hälfte ist gelber Sand.

Nach schweißtreibendem Rückweg, auf dem Parkplatz sah ich noch einen riesigen Varan, der mich genauso interessiert anschaute, wie ich ihn, fuhr ich dann wieder durch den Regenwald in Richtung Strand. Dort konnte ich dann endlich Gas geben. Mit 110 km/h ging es nun zu dem etwa 50 Kilometer entfernten Wrack, welches auf allen Postkarten von der Insel zu sehen ist und hier vor sich hin rostet. Nachdem ich mich dann noch in einem Süßwasserflüsschen, das dort von den Bergen in`s Meer fließt, erfrischt hatte, fuhr  ich wieder zu dem Strand, an dem mein Flugzeug abflog und gab den 4WD mit schwerem Herzen ab.

Wieder zurück auf dem Campingplatz in Hervey Bay, lernte ich dann ein paar Deutsche kennen, die auch erst seit Freitag unterwegs waren, aber von Sydney kamen und schon etwa 2000 Kilometer Strecke hinter sich hatten-Crazy. Sie berichteten von überfluteten Straßen, Hurrikans u.ä. Sie wollten auch nach Cairns, haben dafür aber nur noch 6 Tage Zeit.

Nachdem ich noch ein paar Gläschen australischen Caberne Sauvignon mit ihnen getrunken hatte, fiel ich dann todmüde in`s Bett. 

 

Dienstag, 13.3. Hervey Bay-Bundaberg (870 km)

 

Um 5 Uhr 30 wurde ich von hunderten Gebirgsloris geweckt.

Gegen 10 Uhr fuhr ich von H B ab, deckte mich in einem Supermarkt noch mit Lebensmitteln ein und machte mich auf den Weg nach Bundaberg, wo ich die Rumdestillerie und den Strand mit den schlüpfenden Schildkröten (Mon Repos) besuchen wollte.

Vor der Führung durch die Rumdestillerie lernte ich noch ein nettes Schweizer Pärchen kennen, die insges. 4 Monate durch Australien reisen und „genauso gut“ englisch sprechen wie ich. Die Führung war insges. ganz interessant.

Die interessanteste Begebenheit kam jedoch erst nach der Führung.

Nachdem wir noch ein Gläschen des edlen Zuckergebräus getrunken hatten, verabschiedete ich mich von dem Pärchen und ging zum Parkplatz. Auf dem Parkplatz hielt ein großer Bus. Aus dem Bus stiegen-laut palavernd, 45 Saarländer aus Merzig. Mir sinn halt üverall zu finnen, gell ?

Nachdem ich mich auch noch ein wenig mit den Saarländern unterhalten hatte, fuhr ich zu dem Campingplatz, der direkt neben dem Strand liegt, an dem die Schildkröten schlüpfen (Mon Repos). Dieser war kein Vergleich zu dem vorherigen Campingplatz. Überall Ameisen und die Duschen hielten dem Vergleich auch nicht stand. Naja, für eine Nacht ging es. Schließlich kam ich ja hierher um die schlüpfenden Schildkröten zu sehen. Hoffentlich sind noch welche da !

Hurra, es waren tatsächlich noch welche da ! Anscheinend waren es 3 Nachzügler, die ein wenig „Geburtshilfe“ gebraucht hatten. Die Mitarbeiter, die uns zu dem Strand geführt hatten, hoben ein ganzes Nest, mit ca. 100  leeren Eiern, aus. Darunter waren noch 3 kleine Schildkröten, die anscheinend Hilfe gebraucht hatten. Sie wurden in die Mitte des Strandes gesetzt und watschelten alleine in`s Meer. Blöd war nur, dass es schon dunkel war (ca. 19 Uhr 30), sodass ich nicht viele Fotos schießen konnte.

Bei dem Schauspiel dürfen pro Tag nur 70 Personen teilnehmen, damit die Schildkröten nicht zu sehr gestört werden. Übrigends war heute der erste Tag, an dem es nicht geregnet hatte.

 

Mittwoch, 14.3.   Bundaberg-Gin Gin-Gladstone-Rockhampton-Mackay (1552 km)

 

Dafür hatte es in der Nacht wieder geregnet. Ich war aber froh, denn ich hatte in dieser Nacht bestimmt 5 Liter Flüssigkeit verloren.

Nachdem ich mir morgens die Straßenkarte angesehen hatte, stellte ich fest, dass ich meinem Zeitplan „hinterherhinkte“. Ursprünglich hatte ich vor, nur bis Rockhampton zu fahren. Nun hieß es aber Kilometer „kloppen“, zumal es auf der Strecke Bundaberg-Mackay sowieso nicht allzu viel sehenswertes gibt. Die interessantesten Stellen kommen meinen Info`s nach sowieso erst hinter Mackay.

Nachdem ich also in der Rinderstadt Rockhampton eine Pause eingelegt hatte und ein gutes Rib-Eye-Steak intus hatte, ging es weiter nach Mackay (insges. 682 km).

Unterwegs machte ich noch ein paar Fotos von einer Bananenplantage und einem schönen Truck für René.

In Mackay angekommen, checkte ich auf einem Campingplatz ein und fuhr auch gleich wieder ein Stück zurück, denn ich hatte unterwegs riesige Rugbyfelder gesehen, auf denen gespielt wurde. Und dieses Spektakel wollte ich mir auf jeden Fall einmal anschauen.

Nachdem ich mir ein wenig von diesen Spielen angesehen hatte, fuhr ich wieder zurück zu dem Campingplatz und setzte mich in dem dortigen Chop an`s Internet. Und siehe da, hier bekam ich endlich die gewünschte Verbindung zu Udo, der mir die Adressenliste der TG2 mailen sollte, damit ich endlich die geschriebenen Karten loswurde. Außerdem verschickte ich noch Mails an Barbara und Nicole. Morgen  möchte ich endlich zu meinen „geliebten“ Wasserfällen im Eungella NP und danach auf einen Campingplatz nach Airlie Beach um evtl. übermorgen eine Tauchausfahrt zu machen. Hoffentlich machen mir meine Ohren keinen Strich durch die Rechnung, denn das linke Ohr fängt an zu schmerzen.  

Donnerstag, 15.3. Mackay-Eungella NP-Airlie Beach (1815 km)

 

Hurra, endlich hatte es mit den Wasserfällen mal geklappt. Im Eungella NP, genauer gesagt am Parklatz von Finch Hatton Gorge, musste ich noch ca. 6 km durch den Regenwald laufen, bis ich zu 2 verschiedenen Wasserfällen kam. Leider war das Wetter nicht so besonders, sodass ich mich nicht traute, unter den Wasserfall zu schwimmen. Außerdem war das Wasser schweinekalt. Etwas negatives hat so ein Regenwald aber immerhin doch, nämlich die Möglichkeit, sich Blutegel, hier Leetsch genannt, einzufangen. So hatte ich schon 2 Stück an der Sandale kleben und einer hatte gerade angefangen, sich an meinem rechten Fußknöchel Blut zu suchen. Als ich ihn abmachte, blutete die kleine Wunde noch ca. 10 min nach. Anscheinend besitzen diese Viecher irgendein Mittel, welches den Gerinnungsfaktor des Blutes außer Kraft setzen. Auch eine schöne Australierin hatte 2 Stück an den Sandalen kleben.

Ein österreichisches Pärchen, welches ich auf dem Parklatz kennenlernte, gab mir noch den Rat, die Wasserfälle südlich von Tully zu besuchen, was ich voraussichtlich auch machen werde.

Auf dem Rückweg überfuhr ich dann fast einen großen Leguan und ein weißer Kakadu flog mir fast gegen die Windschutzscheibe.

Auf dem darauf folgenden Weg nach Airlie Beach buchte ich dann in einer Information für ein Schweinegeld (171 Dollar) für morgen einen Tauchtrip zum Beet Reef. Mal sehen, ob es das Geld wert ist.

In Airlie Beach kaufte ich mir noch eine deutsche Zeitung (die Woche), die ich mir abends genüsslich zu Gemüte führte. Eine Schlagzeile hatte ich schon vorher gesehen : „Bayern wieder vorne“  

Freitag, 16.3. Airlie Beach

 

Leider konnten wir heute nicht zum Beet Reef fahren. In der Nacht regnete es wie aus Eimern und das Meer war dafür zu aufgewühlt. Stattdessen fuhren wir zur Hook Insel. War auch interessant, obwohl ich mehr erwartet hätte und es das Geld nicht wert war.

Abends bin ich dann zu einem Internetchop gegangen, habe aber weder bei AOL noch bei Freenet eine Verbindung herstellen können. Die Internetshops hier laufen wohl alle über msn Hotmail und die sind dauernd überlastet.

Danach war große Wäsche angesagt, damit ich morgen wieder sauber weiterfahren kann.

 

Samstag, 17.3. Airlie Beach-Townsville (2129 km)

 

Heute gibt es nicht viel zu berichten.

Nachdem ich auf dem Campingplatz in Airlie Beach meine Klamotten versorgt hatte und in der City noch im Internet war, machte ich mich auf den Weg nach Townsville.

Nach einem Rundgang über die Flaniermeile, die heute jedoch verwaist war, hatte ich bei Adrenalin die Tour zum Wrack der Yongalla gebucht mit der Option, sollte es nicht zu dem Wrack gehen, bekomme ich mein Geld zurück (immerhin 179 Dollar).

Gehe jetzt noch zu den Bayern Robert und Stefan, die ich auf dem Weg hierher getroffen habe, ein Bierchen trinken. Sie machen in etwa die gleiche Strecke wie ich.

Auf dem Weg hierher sah ich leider viele überfahrene Kängurus am Straßenrand liegen.

Auf unserem Campingplatz gibt es massenweise Kakadus.

 

Sonntag, 18.3. Townsville, Fahrt zur Yongalla

 

Der heutige Tag war einfach genial, obwohl ich morgens schon um 6 Uhr abgeholt wurde.

Der Tag fing mit blauem Himmel an. Dieses Wetter hielt auch den ganzen Tag lang an.

Die Fahrt zum Wrack der Yongalla dauerte 3 Stunden. 3 Stunden, die sich echt lohnten.

Ein wirklich tolles Wrack, über und über mit Korallenbewuchs, auf ca. 15-30m Wassertiefe. Dazu noch gute Sichtweiten um 15 m und riesige Schwärme Fische.

Die Artenvielfalt kann ich hier nicht wiedergeben. Um nur einige Arten zu nennen: Napoleons, Barakudas, riesige Zackis, Seeschlangen und eine Schildkröte, die sich von uns nicht stören ließ und genüsslich eine Koralle verzehrte.

Leuchtete man in das Wrack hinein, konnte man vor Fischen nichts sehen und das in allen Löchern des Wracks.

Dazu hatte ich noch Glück mit meiner Tauchpartnerin, einer jungen Frau aus Melbourne.

Die 2 Dives waren echt ihre 179 Dollar wert.

Nachdem ich abends zurück gebracht wurde, erwarteten mich auf dem Campingplatz dann 5 schwarze Kakadus - einmalig schöne Tiere.

 

Montag, 19.3. Townsville-Ingham-Jourama Falls-Ingham-Inisfail-Lucinda (2389 km)

 

Heute war wieder ein toller, sonniger Tag.

Nachdem ich in Townsville noch eingekauft und meine Mails abgerufen und Dirk eines geschrieben hatte, machte ich mich auf den Weg zu den Jourama Fals, etwa 25 km südlich von Ingham.

Udo hatte mir die Adressen jetzt per Mail geschickt, sodass ich nun auch hemmungslos Karten schreiben konnte.  

Die Jourama Falls waren traumhaft.  

Vom Parkplatz geht es etwa 1 km durch den Regenwald und durch den Jourama Fluss, bis man zunächst an eine tolle Badestelle kommt. Hier strömt der Fluss in ein etwa 2-3m tiefes Becken, umrahmt von hohen Granitfelsen. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, ausgiebig darin zu baden. Als ich mich danach abgetrocknet, und Unterhemd und T-Shirt angezogen hatte, machte ich mich auf den Weg über die glitschigen Felsen, entlang des Flusses, weiter nach oben. Natürlich ging das nicht gut. Ich rutschte, mitsamt des Rucksackes auf dem Rücken und der Kamera in der Hand, in den Fluss und tauchte komplett unter. 

Durch eine Blitzreaktion riss ich die Kamera nach oben, sodass sie wenigstens nicht nass wurde.

Wie durch ein Wunder war meine Hose, in der sich mein Portemonai befand nicht völlig nass, sodass auch das Portemonai mit all meinen Papieren trocken blieb.

Klatschnass machte ich mich dann auf den normalen Fußweg nach oben, von wo aus man einen herrlichen Panoramablick über die Wasserfälle hat.

Zurück am Wohnwagen, vernaschte mich dann ein ganzer Schwarm Moskitos.

Nachdem ich mich umgezogen hatte, machte ich mich wieder auf den Weg nach Ingham, wo ich den Tipp bekam, dass in Lucinda ein schöner Vanpark, direkt am Meer sei.

Dort quartierte ich mich dann auch ein, nachdem ich in Ingham noch einen Teller Spaghetti gegessen, Briefmarken gekauft und noch ein paar Karten geschrieben hatte.

Der Vanpark ist übrigens wirklich gut und kostet mit Strom nur 14 Dollar.

 

Dienstag, 20.3. Lucinda-Ingham-Treborne-Wallaman Falls-Ingham-Cardwell-Murray River Falls-Tully-Innisfail-Millaa Millaa-Ravenshoe (2704 km)

   

Nach einer teilweise ziemlich holprigen Strecke, die nur teilweise asphaltiert ist, gelangte ich an den Wallaman Fall.                                                                                

Ein absolut imposanter Wasserfall, 305 m hoch und 540 m über NN.                                                                       

Die Gischt ist dort wenigstens 50 m hoch.                         

Ich hatte schon große Lust, dort hinunter zu steigen. Da mich diese Strecke jedoch mindestens 4 Stunden gekostet hätte, ließ ich es bleiben. Der Pool, in den das Wasser fällt, soll ca. 20 m tief sein.  

Heute ist wieder ein schöner, sonniger Tag.                    

Das Beste an dieser Stelle ist jedoch, dass der Parkplatz direkt oberhalb des Wasserfalls ist, man dadurch keine Angst zu haben braucht, das Auto würde aufgebrochen und das es fast keine Moskitos gibt.      

Auf dem Weg hierher sah ich riesige Bananenplantagen.  

        

Murray River Falls

20 km südlich von Tully geht ein Weg ab zu den MRF, die weitere 20 km landeinwärts liegen.Auch hier kann man bis zu den Wasserfällen heran fahren. Auch sie sind phantastisch, obgleich man in den Pools nicht baden darf. Der Parkplatz ist jedoch unterhalb des Wasserfalls, sodass man die Gischt spürt, je nachdem von wo der Wind  kommt. Der Weg führt an riesigen Bananenplantagen vorbei und ist gut ausgebaut. Nur die letzten 2-3 km sind Feldweg, der sich aber auch gut fahren lässt.

Nach dem Wasserfall fuhr ich über Innisfail und Millaa Millaa nach Ravenshoe im Atherton Tableland, wo ich mir, wegen der anbrechenden Dunkelheit einen Platz auf dem Vanpark sicherte. Der VP wird von einem alten, trägen und fetten Schweizer geleitet, der wohl schon seit Jahren nichts mehr an dem Platz renoviert hat. Dementsprechend sehen Duschen und Toiletten aus.

Vom Atherton Tableland bin ich jetzt schon vollauf begeistert. Eine Landschaft wie im Märchenbuch.

Morgen soll es dann in aller Frühe weiter gehen zur Undara Lava Lodge im Outback.

 

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